Wenn an Gott "abgeben" zur Blockade wird
Ein Beitrag über die Grenzen des spirituellen Bypassing und den Weg zu echter, verkörperter Heilung.
Nicht, weil sie nicht glauben wollen — sondern weil ihr System, ihr Körper und ihre Seele, ganz anders reagiert. Anstatt Erleichterung zu finden, erleben viele eine tiefe Beschämung:
Bei MyFlux schauen wir genau hier hin. Aus einer traumasensiblen Perspektive verstehen wir heute, warum das „einfache Abgeben" den Heilungsprozess sogar blockieren kann.
Wenn wir versuchen, seelische Not durch geistliche Übungen zu „umschiffen", nennen wir das in der Psychologie Spiritual Bypassing. Es ist der Versuch, einen eleganten Bogen um den Matsch des Lebens zu machen, indem man direkt zur „Halleluja-Lösung" springt.
Heilung bedeutet oft Integration — das Zusammenfügen von Fragmenten. Das Konzept des „Abgebens" wird oft als ein „Loswerden" missverstanden.
Ein entscheidender Punkt, den wir oft übersehen: Traumafolgen sind keine rein kognitiven oder geistlichen Probleme. Sie sind im autonomen Nervensystem gespeichert.
Trauma ist das Erleben von absoluter Ohnmacht. Heilung bedeutet daher immer auch die Wiedergewinnung von Selbstwirksamkeit. Wer in ein „magisches Denken" verfällt — die Hoffnung, dass eine äußere Macht per Knopfdruck alle Probleme löst — bleibt oft in der passiven Ohnmacht stecken.
Heilung bedeutet nicht, alles „abzugeben" und dann nichts mehr zu spüren. Heilung bedeutet, in der Gegenwart Gottes so sicher zu werden, dass man anfangen kann, alles zu fühlen.
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