Der Crash kommt erst morgen: Long Covid, Post-Vac & ME/CFS verstehen
Pacing und psychotherapeutische Begleitung bei Long Covid, Post-Vac und ME/CFS
Christliche Psychotherapie online – deutschsprachig weltweit
Die Begriffe überschneiden sich, und das macht es schwer, den Überblick zu behalten. Hier die Kurzfassung:
Die Forschung läuft auf Hochtouren. Diskutiert werden unter anderem Fehlsteuerungen des Immunsystems, Veränderungen an kleinen Blutgefäßen, Entzündungsvorgänge im Nervensystem, eine gestörte Energieversorgung der Zellen und eine Fehlsteuerung des vegetativen Nervensystems. Das ist der Teil, der Puls, Kreislauf und Verdauung regelt. Wie diese Faktoren zusammenspielen, ist noch nicht abschließend geklärt – bei Post-Vac noch weniger als bei Long Covid.
Was du daraus mitnehmen kannst: Deine Beschwerden sind kein Zeichen von Schwäche und keine Einbildung. Und dass Routinewerte oft unauffällig sind, heißt nicht, dass nichts da ist.
Das typische Merkmal heißt Post-Exertionelle Malaise, kurz PEM. Gemeint ist: Nach einer Anstrengung, die oft klein wirkt, verschlechtern sich fast alle Beschwerden deutlich. Das geschieht häufig nicht sofort, sondern 12 bis 48 Stunden später, und es kann Tage, Wochen oder länger dauern.
Auslöser können sehr unterschiedlich sein:
- körperlich: duschen, einkaufen, ein kurzer Spaziergang
- geistig: lesen, Bildschirm, ein längeres Telefonat
- seelisch: Streit, Aufregung, manchmal sogar ein schöner Besuch
- durch Reize: Licht, Lärm, Gerüche
Warum das so wichtig ist: Deutsche und internationale Leitlinien raten bei PEM von aufbauendem Training ab, das „gegen die Erschöpfung antrainieren“ soll. Es kann den Zustand verschlechtern. Das ist keine Schonhaltung und keine Faulheit, sondern ein Schutz. Sprich Bewegungsprogramme deshalb immer vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.
Das Wort kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „das Tempo einteilen“. Gemeint ist, alle Aktivitäten so zu planen, dass du deine Grenze nicht überschreitest – bei Körper, Denken und Gefühlen.
Das klingt einfach. Es ist es nicht. Wer früher viel geleistet hat, hört oft zu spät auf und fühlt sich dabei schuldig. Genau hier kann Begleitung helfen.
Standardfragebögen wie der PHQ-9 fragen nach Energieverlust, Schlafproblemen, Verlangsamung und Konzentrationsschwäche. Das sind genau die Beschwerden, die bei Long Covid und ME/CFS aus körperlichen Gründen vorkommen. So landen Betroffene schnell im „depressiven Bereich“, obwohl die Ursache eine andere ist.
Ein Unterschied, der oft hilft: Bei einer Depression gehen häufig Interesse und Freude verloren, dazu kommt oft starke Selbstabwertung. Bei Long Covid und ME/CFS ist der Wunsch, etwas zu tun, meist groß – es fehlt die Kraft.
Beides kann aber zusammen auftreten. Eine lange Krankheit, Verluste und das Gefühl, nicht geglaubt zu werden, machen traurig und mutlos. Das nehmen wir genauso ernst. Deshalb fragen wir im Gespräch nach und schauen genau hin, statt zu schnell zu etikettieren.
Vielleicht fragst du dich das. Oder du hörst gut gemeinte Sätze wie „Du musst nur mehr glauben“ oder „Das hat bestimmt einen Sinn“. Sie tun oft weh. Krankheit ist keine Strafe und kein Beweis für zu wenig Glauben. Als Jesu Jünger fragen, wer schuld daran ist, dass ein Mensch blind geboren wurde, weist Jesus die Schuldfrage zurück (Johannes 9,2–3).
Die Bibel zeigt, wie Gott mit Erschöpften umgeht. Der Prophet Elia ist am Ende seiner Kräfte. Er bekommt keinen Trainingsplan, sondern Schlaf, Brot und Wasser. Ein Engel rührt ihn an, lässt ihn essen, trinken und wieder schlafen und erinnert ihn daran, dass der Weg noch weit ist (1. Könige 19,5–8). Jesus sagt seinen Jüngern, die kaum zum Essen kommen: Geht an einen einsamen Ort und ruht ein wenig (Markus 6,31). Und er lädt alle ein, die sich abmühen und beladen sind, zu ihm zu kommen (Matthäus 11,28). Der Heilige Geist wird in der Bibel Tröster genannt (Johannes 14,16.26).
Du darfst Gott deine Fragen, deine Wut und deine Müdigkeit hinhalten. Wir versprechen keine Heilung. Wir versprechen, dass du nicht allein bleibst.
Wir planen Pausen ein und richten das Tempo nach deiner Tagesform. Eine Sitzung dauert mindestens 60 Minuten.
| In der Praxis in Lauf an der Pegnitz | Online per Video | |
|---|---|---|
| Ankommen | Du kommst in geschützter Atmosphäre an und planst Anreise und Zeit ohne Druck. | Du bleibst zu Hause, ohne Fahrweg – besonders schonend an kraftlosen Tagen. |
| Reize und Haltung | Reizarmer Raum mit gedimmtem Licht. Du darfst sitzen oder liegen. | Du wählst Raum, Licht und Haltung selbst – auch auf dem Sofa oder im Bett. |
| Tempo | Ruhiges Tempo mit Pausen und Ruhemomenten. | Ruhiges Tempo mit Bildschirmpausen und Auszeit nach Bedarf. |
| Wenn es dir schlechter geht | Bei kurzfristiger Absage gilt unsere Kulanzregelung: Wir versuchen, dir einen Ersatztermin in derselben Kalenderwoche anzubieten. | Dieselbe Kulanzregelung gilt für Termine per Video. |
Die Einzelheiten zu Absagen findest du auf der Seite Preise und Anmeldung.
- Glaub ihr oder ihm. Dass man von außen wenig sieht, heißt nicht, dass wenig da ist.
- Trag das Pacing mit. Dränge nicht zu „nur einem kleinen Spaziergang“. Hilf, Pausen und Grenzen einzuhalten.
- Halte Reize klein. Kurze, angekündigte Besuche, wenig Lärm, gedimmtes Licht.
- Hol dir selbst Unterstützung. Auch Angehörige tragen viel. Du darfst dich bei uns melden.
Ruf uns an: 0 91 23 — 18 21 347 ·
Lied „Die Sprache meines Körpers“ anhören ›
Fragebogen Long Covid, Post-Vac & ME/CFS ›
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